Rigi abwärts

Ein kurzer Blick zurück auf den Berg. Vom Balkon aus schaut gerade eben noch die Spitze der Rigi über die Dächer der gegenüberliegenden Häuser. Hier unten ist es deutlich wärmer als gestern, selbst jetzt am frühen Morgen.

Dort oben in fast 1800 Meter über dem Meer war vor allem der Wind kalt. Selbst jetzt, mitten im April liegt dort noch Schnee. Der Ausflug sollte ein Abschiednehmen davon werden. Eine Sammlung letzter weißer Eindrücke für den herannahenden Sommer. Skilaufen ist nur noch an wenigen Stellen möglich. Die sommerlichen Aktivitäten gewinnen jetzt wieder die Überhand.

Paragliger auf der Rigi

Paragliger auf der Rigi

Paragliden beispielsweise juckt dabei wie eine alte Kriegsverletzung in meinem Hinterkopf: Einmal Wie ein Adler zwischen den Hängen zu gleiten und im Aufwind immer höher zu steigen, während der Blick über das endlose Panorama aus schroffen kargen Gipfeln schweift. Dann langsam in weiten Bögen bis hinunter ins Tal zu fliegen.

20150412-143141-unbenannte_Fotosession-

Auch unser Abstieg war in solchen sanften Bögen geplant, allerdings zu Fuß. Auf der Südseite des Berges wollten wir der Zahnradbahnstrecke gemächlich Richtung Arth bis auf die Höhe des Zugersee folgen. Mit dieser Bahn sind wir heraufgekommen und hatten diesmal ganz absichtlich nur „Einfache Fahrt“ gelöst. Von Arth aus hätten wir vielleicht eben noch das letzte Schiff zurück nach Cham bekommen oder eine der häufigen Zugverbindungen genutzt.

Es kam einwenig anders als wir einen steilen schmalen Pfad etwa einen Kilometer unter dem Gipfel auf der Nordseite des Bergs entdeckten, und ihm – „nur mal schauen“ – ein Stück weit folgen.

Sicher ist dieser Weg im Schnee nicht unbedingt für ungeübte gedacht. Aber das merkt man eben erst, wenn man ihn ein Stück weit hinabgegangen ist und ein Umkehren bedeutet, wieder hinaufklettern zu müssen. Dieser Entschluss fällt mit jedem Meter einwenig schwerer. Also geht man weiter. Immer weiter, drei Stunden lang im Zick Zack durch matschigen Schnee.

Auf der Landkarte überwinden wir in dieser Zeit gerade einmal sieben Kilometer und in der Höhe 1300 Meter. Für einen Sommerausflug ein spannender Weg, der am Bahnhof des kleinen Örtchens Immensee endet. Dort steht ein Hinweis für Wanderer: Cham – 4h30m. Wir gehen beide freiwillig keinen Schritt mehr und nehmen den Zug nach Hause.

0

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

mautic is open source marketing automation